Grenada zweiter Teil

25. August 2023 wir sind mal wieder zwei Buchten weitergefahren. Dahin, wo wir vor ein paar Wochen schon mal waren, als wir den Dinghi Poker Run mitgemacht haben. Diesmal allerdings, weil der ortsansässige Segelklub die jährliche „Grenada Rund Regatta“ veranstaltet und von hier aus gestartet wird. Morgens früh um 0700 (mitten in der Nacht also) ist Start. Ziel ist die Tyrell Bay auf Carriacou. Abends ist dann Party und Sonntag morgen um 0900 ist der Start zurück. Wir sind nun schon so lange hier auf Grenada, dass wir jede Abwechslung gerne mitnehmen. Die MAKAMAE und die SIMA (mein ehemaliger Arbeitskollege) nehmen auch teil. Wir sind also mit drei deutschen Booten vertreten. Spannend wird morgens früh der Wind. Denn es ist schwacher SO angesagt. Also schwach von hinten. Nicht gut! Ob man links- oder rechtsrum fährt, kann jeder selbst entscheiden. Windtechnisch würde linksherum besser sein. Allerdings müssten wir dann erst mal die Südküste aufkreuzen. Was bei schwachem Wind auch Sinn machen würde. Dumm ist allerdings, dass wir dann auch noch 1,5 kn Gegenstrom haben werden. Na ja, die Entscheidung wird erst kurz vor dem Start fallen. Die Skippermann-Besprechung in Le Phare Bleu war jedenfalls schon mal sehr nett.

Zurück von der Grenada Rund Regatta. Es war anspruchsvoll. Wir hatten uns dafür entschieden, die Hintour auf der Karibikseite zu segeln. So wie 18 von 20 Booten auch. Den Start haben wir schon mal komplett verpatzt und sind als Vorletzter über die Linie. Das ist bei solchen Strecken auch nicht das Problem. Der Wind war stärker, als vorhergesagt. Was natürlich gut war. Im Schatten der Insel gab es zwei Taktiken. Die einen sind dicht unter Land gefahren, die anderen weiter draußen. Wir hatten uns für die zweite Variante entschieden. Und das war auch gut so. Denn dicht unter Land standen viele Boote lange in totaler Flaute. Die haben wir zwar alle überholt, aber auch wir standen irgendwann in der Flaute. Mal bekamen die anderen etwas Wind, mal wir. Es war wirklich zäh. Und es hat lange gedauert, bis wir endlich aus dem Windschatten der Insel raus waren. Dann war es noch richtig schönes Segeln. Allerdings wurde die Zielzeit auf 1600 festgelegt. Die haben wir um fünf Minuten verpasst und waren somit nicht in der Wertung. Wie viele andere auch.

Aber Jan und Jens auf der MAKAMAE sind um 1558 über die Linie. Super!

Morgens um 0900 dann die Rücktour. Nach Vorhersage (15 – 25 kn Wind aus SO) sollte es ein ziemliches Gegenangebolze werden. War es aber zunächst gar nicht, weil die Strömung für uns günstig war. Das ging allerdings nur bis ca. Mitte der Insel so. Dann kippte die Strömung und der Wind nahm immer weiter ab und drehte auch noch ein wenig zu unseren Ungunsten. Teilweise hatten wir nur noch 3-5 kn Wind. Über zwei Stunden sind wir durch die Gegend gedümpelt. Und dann auch noch ätzende Wellen. Aber irgendwann kam der Wind wieder. Zwar nicht mit den vorhergesagten 15-20 kn, sondern so mit 10-12 kn. Aber das reicht für Avalon. Wir waren dann rechtzeitig im Ziel, haben wieder unseren Ankerplatz eingenommen und sind zur Preisverleihung und Party gefahren. Alles in allem war es eine tolle Veranstaltung. Und die MAKAMAE hat sogar noch den dritten Platz bei den Monohulls belegt. Super gemacht!

Wir haben am 4. September 2023 mit Jens und Arzum von der DILLY DALLY eine geführte Inselrundtour gebucht. Als erstes hat uns unser Guide Dexter zu den Concorde Wasserfällen gebracht. Dort konnten wir uns erst mal abkühlen. Obwohl das eigentlich nicht nötig war, weil der Van klimatisiert ist. War aber trotzdem schön.

Als nächstes sind wir zum Muskatnuss Museum gefahren. Grenada wird auch Spice Island genannt. Also Gewürzinsel. Denn Grenada hat die höchste Dichte an Gewürzanbau pro Fläche weltweit. Besonders Muskat (Nutmeg) wird hier angebaut und deckt mehr, als 30 Prozent des Weltanbaus. Wir wussten gar nicht, wie vielseitig Muskat verwendet wird. War sehr interessant.

Danach ging es zur Schokoladenfabrik. Denn auch Kakao wird hier angepflanzt. Bis vor 14 Jahren wurden die Bohnen ausschließlich exportiert. Aber dann haben sich die Bauern zusammen getan und die Fabrik gegründet, sodass nun auch auf Grenada Schokolade hergestellt wird.

Dann war Mittag und Dexter ist mit uns zu einem kleinen Hotel in den Bergen gefahren. Eine sehr schöne Anlage mit fantastischem Blick aufs Meer. Und lecker war es auch.

Als nächstes stand eine Rumdestillerie auf dem Programm. Und zwar eine ganz besondere. Denn es ist die einzige Destillerie in der westlichen Hemisphäre, wo alles noch Handarbeit ist und die Presse für das Zuckerrohr noch mit Wasserkraft betrieben wird. Die Presse ist Baujahr 1840 und funktioniert heute immer noch. Auch, wenn man ihr die Jahre ansieht. Ursprünglich wurde hier ausschließlich 75%iger Rum hergestellt. Da aber im Flugzeug Spirituosen ab 70% nicht mehr mitgeführt werden dürfen, stellen sie seit einiger Zeit auch eine Variante mit 69% her. Wir mussten natürlich beide Sorten probieren. Schmeckt gar nicht so schlecht…

Weiter ging es zum alten Flughafen. Dieser wurde Ende der 70er Jahre stillgelegt. Aber es stehen noch zwei russische Flugzeuge aus der Zeit der Kubakrise dort und rotten vor sich hin. Daneben steht eine Minikneipe, wie es sie hier überall gibt. Dort haben wir uns erst mal ein Kaltgetränk gegönnt.

Wir waren auch noch an einem Bergsee und einem Strand. Das war jedoch nicht so spektakulär. Auf dem Rückweg gab es noch einen Rumpunsch, der in der Karibik ja nie fehlen darf. Alles in allem war es ein großartiger Tag. Und Dexter erwies sich als fantastischer und sehr versierter Guide.

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